Foto: © Julia Wesely, CD Kinderstube (Mussorgsky)

Wie von der Wiener Staatsoper via Presseaussendung bereits verlautbart, sehe ich mich leider schweren Herzens gezwungen, mich aus der Premierenproduktion ‘Chowanschtschina’ (PR 15.11.) zurückzuziehen. Ich habe im Laufe der ersten Proben Anfang Oktober erkannt, dass der Stress einer sechswöchigen Premierenvorbereitung mit täglich sechs und mehr Stunden intensiver Probenarbeit derzeit für mich nicht zu bewältigen ist. Betonen möchte ich, dass mir seitens der Leitung der Wiener Staatsoper und ihrer Mitarbeiter jegliche Unterstützung angeboten wurde, wofür ich von Herzen Danke sage. Ich liebe die Musik Mussorgskys (auch dokumentiert auf zwei meiner CDs mit Liedern des Komponisten), und ich habe mich riesig auf die Erarbeitung der Rolle der Marfa – insbesondere mit Dirigent Semyon Bychkov – gefreut. Wie schon Marina in ‘Boris Godunov’ scheint mir die Rolle wie auf den Leib geschrieben zu sein.

Trotz allem will es das Schicksal offenbar anders mit mir. Gerade in letzter Zeit habe ich einmal mehr gelernt, auf die Stimme meines Körpers und meiner Intuition zu hören. Also habe ich gegen mein eigenes Wollen, gegen meinen inniglichen Wunsch, die Partie zu singen, aber für mein Heil und Wohl entschieden. So schwer es mir fiel: Es war die richtige Entscheidung. Ich selbst hatte nicht mit dieser Entwicklung gerechnet und habe keinen Plan B für die nächsten zwei Monate. Aber was immer jetzt kommt, ich werde es mit offenen Armen empfangen.

Elisabeth Kulman

Die Sängerin hatte Anfang Juli bekannt gegeben, aufgrund eines Erschöpfungszustands, “hervorgerufen durch langfristige, mehrfache Dauerbelastung“, eine Pause einlegen zu müssen. Mitte September nahm sie ihre Auftrittstätigkeit mit mehreren Liederabenden und Konzerten erfolgreich wieder auf. Auf ihrem Youtube-Kanal spricht sie über ihre Erfahrungen während der Auszeit.

Statt Elisabeth Kulman singt Elena Maximova die Rolle der Marfa.


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