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	<title>..::: ELISABETH KULMAN :::.. mezzo-soprano &#124; contralto</title>
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	<description>Official website of the Austrian mezzo-soprano and contralto Elisabeth Kulman</description>
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		<title>Alexander Pereira, der Diener seiner Künstler</title>
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		<pubDate>Sun, 19 May 2013 08:30:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Kulman</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE REVOLUTION DER KÜNSTLER]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ohne euch geht gar nichts!“ Elisabeth Kulman im Gespräch mit dem Intendanten der Salzburger Festspiele Veröffentlicht am 19. Mai 2013 von Elisabeth Kulman &#160; Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Interessierte,... <a class="xs-entry-read-more" href="http://www.elisabethkulman.com/alexander-pereira-der-diener-seiner-kunstler/">Details &#187;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h1>„Ohne euch geht gar nichts!“</h1>
<p><strong>Elisabeth Kulman im Gespräch mit dem Intendanten der Salzburger Festspiele</strong></p>
<p style="text-align: right;"><em>Veröffentlicht am 19. Mai 2013 von Elisabeth Kulman</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Interessierte, die ihr uns gewogen seid!</p>
<p>Eines langen Atems bedarf es nicht nur zum Singen: Nach mehreren Wochen kontinuierlichen Bemühens ist es mir am 8. Mai 2013 gelungen, mit Alexander Pereira persönlich über die gegenwärtigen Bedingungen des Salzburger Festspielbetriebes zu sprechen, die ich zuvor bereits mehrfach öffentlich kritisiert hatte. Ausgangspunkt meiner Kritik war und ist dabei nicht mein eigener Mitwirkungsvertrag, sondern die grundsätzliche Schieflage der Interessengewichtung zu Lasten der Künstler. Daher habe ich meine Kritik sowohl in den Medien als auch im Gespräch mit Herrn Pereira ausdrücklich stellvertretend für die in Salzburg engagierten Künstler vorgebracht. Als eines der bedeutendsten Festivals der Welt sind die Salzburger Festspiele zudem zur Vorbildwirkung auch für andere Bühnen und Kulturstätten verpflichtet. Das vor diesem Hintergrund mit Alexander Pereira geführte Gespräch dauerte etwa eineinhalb Stunden und fand im Beisein einer Protokollantin im Brahmssaal des Wiener Musikvereins statt, wo ich am gleichen Abend ein Konzert geben durfte.</p>
<div id="attachment_2702" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/05/pereira.jpg" class="floatbox" rev="group:2680"><img class="size-medium wp-image-2702 " alt="Alexander Pereira (Bildquelle: arte)" src="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/05/pereira-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Alexander Pereira (Bildquelle: arte)</p></div>
<p>Die Atmosphäre war von Anfang an von gegenseitigem Respekt und Herzlichkeit geprägt. Gleich zu Beginn bekannte Herr Pereira unmissverständlich, wem er sich in seinem Amt als Intendant verpflichtet fühle: „Sie können sicher sein, dass mir die Künstler am Herzen liegen.“ Erfreulich offen stellte er sich auch der vielfach geäußerten Kritik an der terminlichen Disposition für Verdis „Falstaff“, da die am 29. Juli 2013 Premiere feiernde Produktion unter der Regie von Damiano Michieletto innerhalb von fünf Tagen gleich viermal zur Aufführung kommen soll. Diese vor allem für uns beteiligte Sänger überaus kräftezehrende Konstellation sei, so der Intendant, keineswegs beabsichtigt gewesen, sondern vielmehr infolge einer erst kurz vor Herausgabe des Festspielprogramms bekannt gewordenen Terminkollision der an der „Falstaff“-Produktion beteiligten Wiener Philharmoniker entstanden. „Dafür möchte ich mich in aller Form entschuldigen“, so Alexander Pereiras offene Worte. Zugleich sicherte er zu, dass die Generalprobe, die aufgrund von Maestro Zubin Mehtas Kalender direkt am Tag vor der Premiere &#8211; also ohne üblichen Ruhetag &#8211; stattfinden muss und die von allen engagierten Künstlern ohne Honorar zu absolvieren ist, lediglich als geschlossene Veranstaltung stattfinden werde, die keinerlei Verkaufserlöse generiere. Auch für die Generalproben sämtlicher anderer Opernproduktionen dieses Sommers sei eine früher erwähnte Widmung zu Benefizzwecken derzeit definitiv nicht geplant.</p>
<p>AP: &#8220;Es wird ganz sicher keine Generalprobe verkauft, es sei denn, es gäbe ein Erdbeben in Norditalien oder eine andere Katastrophe. (…) Da werden alle Künstler vorher gefragt.&#8221;</p>
<p>So weit, so gut. Weniger überzeugend, ja durchaus widersprüchlich wurde Herr Pereira, als ich das Gespräch auf den wohl wichtigsten Kritikpunkt lenkte: die nicht bezahlte Probenarbeit. Er verwies hier auf den angeblich weltweiten Usus im Festspielgeschäft, lediglich die Aufführungen, nicht aber die Proben zu vergüten. Die Aufführungshonorare seien der Höhe nach so bemessen, dass der Probenaufwand in ihnen enthalten sei, so seine Aussage. Hierauf legte ich Herrn Pereira dar, dass dies keineswegs generell so ist und im Übrigen zu nachteiligen Konsequenzen führt: Weder gibt es eine weltweit einheitliche Festspielpraxis, keinerlei Probenvergütung zu bezahlen, noch enthalten die in Salzburg gezahlten Aufführungsgagen tatsächlich eine Entschädigung für die effektiv geleistete Probenarbeit. Außerdem ist eine reine Aufführungsvergütung dann völlig inakzeptabel, wenn der Künstler nach Abschluss der Proben erkrankt und an der vergüteten Aufführung daher gar nicht teilnehmen kann. &#8220;In diesem Fall, das kann ich Ihnen versichern, lasse ich diesen Menschen nicht im Regen stehen&#8221;, beteuerte Alexander Pereira zwar seine grundsätzliche Hilfsbereitschaft, lehnte aber generelle vertragliche Zusagen ab. Diese wenig konsequente Haltung ist umso widersprüchlicher, als noch bis vor zwei Jahren die Probenarbeit der Salzburger Festspiele sehr wohl vertraglich vergütet wurde.</p>
<p>Zu berücksichtigen ist außerdem, dass die Tradition unbezahlter Probenarbeit aus Ländern wie Italien, Spanien oder Frankreich stammt, wo aufgrund gänzlich anderer Konzeption ein Probenzeitraum von im Regelfall einer bis maximal dreieinhalb Wochen erforderlich ist. Demgegenüber bedarf es im deutschen Sprachraum aufgrund der sehr im Vordergrund stehenden Regie mindestens des doppelten Probenaufwandes. Die Aufführungsgagen für beide Probemodelle werden jedoch anhand einer internationalen Gagenliste pauschal in gleicher Höhe gezahlt. Mit anderen Worten: Eine Woche unbezahlte Probe wird genauso behandelt wie sieben Wochen unbezahlte Probe! Auch verunmöglicht eine pauschale Verwendung dieser festen Gagenliste die notwendige Anpassung der tatsächlichen Vergütung an die beständige Steigerung der allgemeinen Lebenshaltungskosten. Kurzum: Die Künstler verdienen effektiv von Jahr zu Jahr weniger. Immerhin gab Herr Pereira unumwunden zu, er &#8220;finde Probenzeiten von sieben Wochen grundsätzlich falsch, fünf bis sechs allerhöchstens&#8221;. Gleichwohl wird für den diesjährigen Salzburger &#8220;Falstaff&#8221; sieben Wochen geprobt, in denen die mitwirkenden Künstler finanziell völlig sich selbst überlassen sind.</p>
<p>Auch die Tatsache, dass Herr Pereira die Kosten seiner eigenen umfangreichen Reisetätigkeit als Intendant und Beauftragter der Salzburger Festspiele selbstverständlich zusätzlich zu seinem Honorar und zuzüglich Spesen erstattet bekommt, lässt die den Künstlern verweigerte Probenvergütung äußerst fragwürdig erscheinen. Auf diese Diskrepanz angesprochen, blieb Herr Pereira eine schlüssige Erklärung schuldig.</p>
<p>Nach alledem reduziert sich die gegenwärtige Situation der Künstler bei den Salzburger Festspielen auf die Take-it-or-leave-it-Frage: Vertrag ja oder nein &#8211; so, und nicht anders, oder gar nicht! Dieses eklatante Machtgefälle zu Ungunsten der Künstler zu erkennen und möglichst zu beseitigen, ist letztlich ein Gebot der Verantwortung. An seine Fairness und sein soziales Empfinden appellierend, bat ich Alexander Pereira daher mit Nachdruck um seinen diesbezüglichen Einsatz für die von ihm ausdrücklich geschätzten Künstler.</p>
<p>Überraschend deutlich ließ Herr Pereira übrigens erkennen, wie sehr er selbst an den ihm vorgegebenen Rahmenbedingungen leide: &#8220;Ich hätte nie gedacht, wie zermürbend es ist, dieses Unternehmen am Leben zu erhalten (&#8230;) Ich ersticke in Salzburg, ich hab keine Luft.&#8221; In diesem Zusammenhang wies er auf ein ganz konkretes, seine Arbeit als Intendant sehr erschwerendes Problem im Salzburger Festspielbetrieb hin: Gemäß § 10 Absatz 3 des noch aus den 1950er Jahren stammenden Festspielfondsgesetzes können Beschlüsse des Kuratoriums nur mit Stimmeneinhelligkeit gefasst werden. Da die Mitglieder des Kuratoriums jedoch die sehr unterschiedlichen Interessen des Bundes, des Landes Salzburg, der Landeshauptstadt Salzburg und des Fremdenverkehrsförderungsfonds des Landes Salzburg vertreten, ist Stimmeneinhelligkeit je nach Lage des Beschlussgegenstandes so gut wie nicht möglich. Beschlussfassungen mit einfacher Stimmenmehrheit könnten hier durchaus sachdienlicher sein. Alexander Pereiras dezidierter Hinweis auf diese Rechtslage darf insofern auch als Appell an die verantwortlichen politischen Entscheidungsträger verstanden werden, die aktuelle Notwendigkeit des Einstimmigkeitserfordernisses einmal auf den Prüfstand zu stellen.</p>
<p>Am Schluss dieses insgesamt eindeutig positiv zu wertenden Erstgesprächs hielten wir gemeinsam fest: „Das Festival wird von den Menschen getragen, besonders von denen, die auf der Bühne stehen.&#8221; Alexander Pereira ergänzte: „Ohne euch geht gar nichts. Ich habe mich immer und werde mich immer als der Diener meiner Künstler empfinden.“</p>
<p>Lieber Herr Pereira, wir Künstler werden Sie an diese schönen Worte so lange erinnern, bis sie auch in konkreten Taten erkennbar sein werden. Versprochen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Weitere Auszüge aus dem Gesprächsprotokoll:</strong></p>
<p>AP: &#8220;Ihr müsst mich als euren Anwalt sehen und nicht als euren Feind. Ich bin euer Anwalt. Ihr habt keine Ahnung, was ich für Schlachten führe, damit ich die Dinge durchsetzen kann, die ich durchsetzen muss. Ich kann es nur so gut machen, wie ich halt bin, nicht besser und nicht schlechter.&#8221;<br />
EK: &#8220;Sie könnten besser sein!&#8221;<br />
AP: &#8220;Oh ja, ich würde auch gerne anders zahlen.&#8221;</p>
<p>&#8230;</p>
<p>AP: &#8220;Ich hätte nicht gedacht, dass Salzburg so anstrengend ist. Ich geb es ehrlich zu.&#8221;</p>
<p>&#8230;</p>
<p>EK: &#8220;Ein kleines Gedankenspiel: Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was für ein Programm würden sie machen und wie würden Sie Ihre Künstler bezahlen?&#8221;<br />
AP: &#8220;Ich würde ungefähr das Programm machen, das ich mache, und natürlich würde ich mehr Geld bezahlen!&#8221;<br />
EK: &#8220;Würden Sie Probengeld und Hotels bezahlen?&#8221;<br />
AP: &#8220;Wenn Geld keine Rolle spielt, dann spielt es keine Rolle! Jedenfalls würden wir besser zahlen, als wir jetzt zahlen!&#8221;</p>
<p>&#8230;</p>
<p>AP: &#8220;Ich bin nicht konfliktscheu. Ich möchte die Sache gut machen und ich möchte es auch liebevoll machen. Ich verstehe es. Es ist nicht, dass ich es nicht verstehe, aber ich versuche eine Gratwanderung. Ob sie die richtige ist oder nicht, kann man immer diskutieren.&#8221;</p>
<p>&#8230;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&#8220;Ich verstehe euch&#8221; &#8211; So glaubwürdig diese Schlussbotschaft eine herzliche Solidarisierung des Festspielintendanten und Menschen Alexander Pereira mit uns Akteuren des Kunstbetriebes ist, so deutlich weist sie jedoch für mich persönlich auf das eigentliche und sehr viel tiefer liegende Problem gesellschaftlich-struktureller Art hin: die überbordende Unterwerfung auch von Kunst und Kultur unter die Gesetze des Marktes und damit das Austragen rein kommerziell motivierter Verteilungskämpfe auf dem Rücken der Künstler und der Menschen schlechthin. Kunst und Kultur ihrer essentiellen Bedeutung für ein erfüllendes, selbstbestimmtes und anspruchsvolles menschliches Miteinander gerecht werden zu lassen, bedeutet nicht nur, sie aus den zerstörerischen Fängen eines rein kapitalistisch ausgerichteten Kulturbetriebes zu befreien, sondern sie letztlich selbst zu einer Speerspitze im Kampf um die Überwindung dieser gerade nicht dem Menschen dienenden Gesellschaftsform aufzurichten. Insofern hat mein Gespräch mit Alexander Pereira sowohl die Forderungen der &#8220;Revolution der Künstler&#8221; nach &#8220;art but fair&#8221; ausdrücklich unterstrichen, als auch Zeugnis dessen abgelegt, dass nur im Miteinander vermeintlicher Gegenspieler ein Gewinn für das verbindende gemeinsame Anliegen möglich sein kann.</p>
<p>Kunst ist ihrem inneren Wesen nach nicht auf Trennung, sondern auf deren Überwindung gerichtet. Friedrich Schillers &#8220;sanfter Flügel&#8221; der Kunst, der alle Menschen zu Brüdern werden lässt, weilt genau dort, wo das Bemühen erkennbar wird, in ein gemeinsames Boot zu steigen und es gemeinsam durch die Wellen zu steuern.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Offizieller Pressetext zur Revolution der Künstler und &#8220;art but fair&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 06 May 2013 15:42:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Kulman</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE REVOLUTION DER KÜNSTLER]]></category>

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				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/03/fb_profilbild_artbutfair-logo_beta-e1367419848658.jpg" class="floatbox" rev="group:2644"><img class="alignright size-medium wp-image-2637" alt="fb_profilbild_artbutfair-logo_beta" src="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/03/fb_profilbild_artbutfair-logo_beta-e1367419848658-300x191.jpg" width="300" height="191" /></a><em>Stand: 6. Mai 2013</em></p>
<p>Aus einem spontanen Impuls heraus von Musical-Produzent Johannes Maria Schatz am 19. Februar 2013 gegründet, löste die Facebook-Seite „Die traurigsten &amp; unverschämtesten Künstlergagen und Auditionserlebnisse“ unter Künstlern umgehend einen regelrechten Sturm aus. Innerhalb weniger Stunden hatte die Seite mehrere Hundert Likes, nach zweieinhalb Monaten sind es nun über 9000. Künstler aller Sparten begannen ihre Erlebnisse zu veröffentlichen, die die haarsträubenden und entwürdigenden Bedingungen ans Licht brachten, unter denen Künstler arbeiten. Für einen Großteil der Betroffenen ist ein finanzielles Auskommen allein aus künstlerischer Tätigkeit trotz jahrelanger Ausbildung und hoher Qualifikation nahezu unmöglich. Erste Medienberichte über die „Künstler-Klagemauer“ erschienen in der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau.</p>
<p>Prominente Unterstützung erhielt die Facebook-Seite am 11. März 2013 durch die österreichische Mezzosopranistin Elisabeth Kulman, die es wagte, Missstände in der „Oberliga“ des Kulturbetriebs öffentlich anzuprangern, über die man bislang nur hinter vorgehaltener Hand getuschelt hatte. Namentlich kritisierte sie die ersatzlose Streichung der Probengelder bei mehrwöchigen Opernproduktionen der Salzburger Festspiele durch Intendant Alexander Pereira, enge Termindispositionen ohne Rücksicht auf die körperliche Belastbarkeit der Sänger, Inkompetenz und Korruption bei den Entscheidungsträgern etc. Spätestens als sie am 16. März 2013 die Künstler zur „Revolution“ aufrief, stürzten sich die Medien auf die heiße Story (Opernnetz, Salzburger Nachrichten, Die Welt, Wiener Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Profil, Kurier, Artsjournalblog „Slipped Disc“, ORF, BR, WDR, NDR etc.).</p>
<p>Elisabeth Kulmans öffentliche Kritik fand Bekräftigung durch ihre Opernkollegen Laura Aikin, Marlis Petersen, Markus Brück, Thomas Moser, Jonas Kaufmann und Simon Keenlyside. Auch der internationale Top-Agent Dr. Germinal Hilbert, die Intendanten Barrie Kosky, Sir Peter Jonas, Ioan Holender, zahlreiche Kulturjournalisten sowie die Psychiaterin Dr. Déirdre Mahkorn, Leiterin der ersten deutschen „Lampenfieber-Ambulanz“, sind sich einig, dass „das erkrankte System den Künstlern schadet“. Eine rege, großflächige Diskussion ist mittlerweile in Gang gekommen, die den enormen Handlungsbedarf mehr als offensichtlich macht.</p>
<p>Das Team um Johannes Maria Schatz und Elisabeth Kulman verfolgt mit der „Revolution der Künstler“ folgende Ziele:</p>
<ul>
<li>die Künstler untereinander zu solidarisieren und zu vernetzen;</li>
<li>die Öffentlichkeit auf die Missstände hinzuweisen und Aufklärungsarbeit hinsichtlich des Berufsbildes Künstler zu leisten;</li>
<li>die essentielle Bedeutung und den einzigartigen Wert der Kunst und der Künstler ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken;</li>
<li>die am Kulturbetrieb Beteiligten – Künstler, Veranstalter, Intendanten, Agenten, Lehrer, Kulturpolitiker etc. – an einen Tisch zu bringen und gemeinsam, im konstruktiven Dialog, Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu finden und diese umzusetzen.</li>
</ul>
<p>Eine Diskussionsplattform mit dem Ziel der Reform speziell des Opernbetriebs steht unter OpernReform.com für alle Professionisten mit der Einladung zur Beteiligung bereit.</p>
<p>Derzeit werden die „Goldenen Regeln künstlerischen Schaffens“ formuliert, die, verbunden mit dem selbstverpflichtenden Gütesiegel „art but fair“, den fairen, respektvollen Umgang innerhalb des Kulturbetriebs gewährleisten sollen.</p>
<p>Das Logo des Gütesiegels „art but fair“ wurde am 1. Mai 2013 der Öffentlichkeit präsentiert. Am selben Tag fand in Wien ein Aufmarsch der Künstler zugunsten von „Faire Gagen für Künstler“ statt.</p>
<p><em>Weiterführende Informationen finden Sie ab sofort auf</em> <a href="http://www.artbutfair.org" target="_blank">www.artbutfair.org</a>.</p>
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		<title>Aus der Sicht des Künstleragenten &#8211; Gastkommentar von Dr. Germinal Hilbert</title>
		<link>http://www.elisabethkulman.com/aus-der-sicht-des-kunstleragenten/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Apr 2013 02:16:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Kulman</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE REVOLUTION DER KÜNSTLER]]></category>

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		<description><![CDATA[Gastkommentar am 21. April 2013 » Go to English translation In mehreren Stellungnahmen auf Facebook, in Interviews und Radiosendungen wurde das Problem der prekären Situation der Künstler im Opernbetrieb bereits... <a class="xs-entry-read-more" href="http://www.elisabethkulman.com/aus-der-sicht-des-kunstleragenten/">Details &#187;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/04/germinal_hilbert01a.jpg" class="floatbox" rev="group:2624"><img class="alignright size-medium wp-image-2626" alt="germinal_hilbert01a" src="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/04/germinal_hilbert01a-300x262.jpg" width="300" height="262" /></a><em>Gastkommentar am 21. April 2013</em></p>
<p><a href="#en">» Go to English translation</a></p>
<p>In mehreren Stellungnahmen auf Facebook, in Interviews und Radiosendungen wurde das Problem der prekären Situation der Künstler im Opernbetrieb bereits ausführlich dargelegt. Als Agent für Künstler, die im Bereich Oper und Konzert tätig sind, möchte ich aus der Sicht des Agenten auch dieses Problem beleuchten.</p>
<p>Es ist durchaus richtig, dass nur wenige Spitzenstars Höchstgagen erhalten, die mit dem Argument gerechtfertigt werden können, dass diese Künstler für das Publikum und den Veranstalter sehr attraktiv sind und durch erhöhte Einnahmen ihre Gagen rechtfertigen.<br />
Diese wenigen Ausnahmen sind von der prekären allgemeinen Situation nur teilweise betroffen.</p>
<p>Für alle Künstler, die im Opernbereich tätig sind, gibt es eine nationale und internationale Gagenliste. In dieser Liste sind die jeweiligen Gagen, die ein Sänger oder Dirigent an den verschiedenen Opernhäusern erhält, vermerkt.<br />
Auf diese Liste beziehen sich bei den Gagenverhandlungen die einzelnen Opernhäuser und sollen nur in Ausnahmefällen die in der Liste festgesetzte Gage überschreiten.<br />
Dies ist eine Kartellabsprache, die in der freien Wirtschaft nicht möglich wäre.</p>
<p>In Deutschland wird für die Proben vor allem bei Neuinszenierungen eine unterschiedliche Probenpauschale gezahlt. Deshalb lagen bis vor einigen Jahren die deutschen Gagen tiefer als die internationalen Auslandsgagen, da nur mit wenigen Ausnahmen im Ausland Probenpauschalen gezahlt werden.<br />
Durch die höhere Auslandsgage wurde die entfallende Probenentschädigung kompensiert.</p>
<p>Schon vor Beginn der Finanzkrise, als regelmäßig internationale Budgetbeschränkungen erfolgten, orientierten sich die ausländischen Opernhäuser an der deutschen Gagenliste und zahlen nur noch die niedrigere deutsche Gage ohne Kompensation für die Proben.<br />
Wenn dann, wie von Frau Kulman bereits angesprochen, ein Künstler wegen Indisposition Vorstellungen absagen muss, reicht das verbleibende Einkommen nicht, die entstandenen Unkosten zu decken.</p>
<p>Bis vor einigen Jahren bedurfte die audiovisuelle Verwertung einer Opernvorstellung oder eines Konzertes der Zustimmung des Künstlers durch einen separat verhandelten Vertrag.<br />
In den letzten Jahren sind alle Formen der audiovisuellen Verwertung im Engagementvertrag zu Ungunsten des Künstlers festgelegt.</p>
<p>Junge aufstrebende Künstler, die eine internationale Karriere beginnen, erhalten nur nach schwierigen Verhandlungen geringe Erhöhungen der Gage.<br />
Im Allgemeinen werden alle Gagen nur wenig erhöht, sodass die Teuerungsrate damit nicht immer abgefangen werden kann.</p>
<p>Diese Verschlechterung für die Künstler wird zu Recht von den Veranstaltern mit drastischen Budgetbeschränkungen begründet.</p>
<p>Es ist selbstverständlich, dass bei einer Verminderung des Gesamtbudgets Sparmaßnahmen eingeleitet werden müssen.</p>
<p>Fraglich ist, ob man an der richtigen Stelle spart. Ein Großteil des Publikums besucht Opern und Konzertveranstaltungen nicht nur wegen des Programms, sondern auch wegen der mitwirkenden Künstler.<br />
Wenn bei Neuinszenierungen von Opern ein überzeugendes Regiekonzept zur musikalischen Leistung des Abends hinzu kommt, ist das für das Publikum dann auch ein Anreiz, wegen der Regie die Oper zu besuchen, aber in vielen Fällen wird der Unmut des Publikums über die szenische Darbietung lautstark zum Ausdruck gebracht.</p>
<p>Verschiedene Opern mussten wegen der Regie nach kurzer Zeit aus dem Spielplan genommen werden, weil sich die Vorstellungen nicht mehr verkaufen konnten. Da für alle Neuinszenierungen ca. fünf Wochen Proben angesetzt sind, wird die berechtigte Frage gestellt, ob die Produktionskosten gerechtfertigt sind. Zudem wird in vielen Fällen den Sängern nicht gestattet, eine eigene Persönlichkeit in die Darstellung einer Rolle einzubringen, sondern genau die Regieanweisungen zu befolgen, was den Gesamteindruck der künstlerischen Leistung des Sängers beim Publikum herabsetzt und er dann entsprechend beurteilt wird.</p>
<p>Dies führt zu einer psychischen Belastung des Sängers, die sich auch in der Stimme niederschlagen kann. Sänger oder Dirigent zu werden, ist eine Berufung.<br />
Dieser Enthusiasmus für einen solch anstrengenden Beruf ist durch derartige Arbeitsbedingungen nicht aufrecht zu erhalten.</p>
<p>Vor vielen Jahren wurde für eine Opernneuproduktion drei bis dreieinhalb Wochen geprobt. Jetzt erstrecken sich die Probenperioden auf bis zu sieben Wochen.</p>
<p>Sind die dadurch entstehenden Mehrkosten wirklich gerechtfertigt?<br />
Vom Sänger wird verlangt, dass er seine Rolle zu Probenbeginn einstudiert hat, und in den meisten Fällen haben die Sänger diese Rollen schon an anderen Opernhäusern debütiert und könnten sicher in einer kürzeren Zeit eine neue Interpretation erarbeiten.</p>
<p>Auch wird bei der Auswahl der Sänger für eine Produktion in erster Linie berücksichtigt, ob sie der Regievorstellung entsprechen, und die musikalische Qualität ist eher zweitrangig.</p>
<p>Diese Probleme betreffen alle Sänger. Noch viel erschwerender: die Sänger, die in einem Festvertrag an ein Opernhaus gebunden sind und sich den auferlegten Arbeitsbedingungen fügen müssen, da für sie die Gefahr besteht, dass der Festvertrag gekündigt wird. Es wurde bereits von mehreren Seiten ausgeführt, dass die Honorare für diese Sänger sehr gering sind und oft nur dem Existenzminimum entsprechen.</p>
<p>Eine Lösung dieses Problems wird unter den derzeitigen finanziellen Möglichkeiten der Opernhäuser schwer zu erreichen sein, aber durch gezielte Einsparungen könnte man die Künstler vom psychischen Druck entlasten, was sicher der Qualität und damit dem Niveau des Opernhauses zugute käme.</p>
<p>Germinal Hilbert</p>
<p><a href="http://www.hilbert.de" target="_blank">www.hilbert.de</a></p>
<p><em>Dr. Germinal Hilbert ist Gründer und Inhaber der Agenturen &#8220;Opéra et Concert&#8221; in Paris und &#8220;Hilbert Artists&#8217; Management&#8221; in München und zählt mit seiner über 40jährigen Erfahrung zu den bedeutendsten Künstlervertretern und Agenten im internationalen Musikbusiness.<a name="en"></a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<h1>From the perspective of an artists’ agent</h1>
<p><strong>Guest comment from Dr. Germinal Hilbert</strong></p>
<p>The problem concerning the precarious situation of artists in the opera business has already been thoroughly exposed in various posts on Facebook, in interviews, as well as in radio broadcasts. As an agent for artists who are active on the opera and concert stages, I would like to bring light to the issue from an agent’s perspective.</p>
<p>It is absolutely true that only a few top stars earn top fees, which are warranted since these artists are particularly attractive for both audiences and presenters, and therefore their high fees are justified by the high income that they bring in. These few exceptional cases are only partially impacted by the otherwise generalized precarious situation affecting professional singers.</p>
<p>There is a domestic and an international list of fees for all singers who are active on the operatic stage. These lists contain the fees that any given singer or conductor has earned at various opera houses. The individual opera houses refer to these lists while negotiating fees, and only in exceptional cases are the fees contained in said lists to be exceeded. This is a kind of agreement that is reminiscent of cartel-behavior, and which in the free market would simply not be possible.</p>
<p>In Germany, particularly in the case of new productions, an all-inclusive rehearsal fee is paid. The amount thereof is variable. That is the reason why, until recently, German fees were lower than the fees abroad, since outside Germany rehearsal fees are only seldom paid. By contrast, the lack of payment for rehearsals abroad was compensated through higher fees.</p>
<p>As a result of systematic international budget cuts, even prior to the onset of the financial crisis, non-German houses began referring to German fee lists and began paying low, German fees without compensating the artists for rehearsal periods. What happens then, as Ms. Kulman has already stated, is that when an artist is forced to cancel a performance due to an ailment, the remaining income proves insufficient to cover the ensuing expenses.</p>
<p>Until recently, the audiovisual use of an operatic performance or of a concert required the artist’s consent through an independently negotiated contract. Over the course of the last years, the use of all types of audiovisual materials has become standardized as part of the principal contract, in detriment of the artist’s interests.</p>
<p>Young emerging artists, who find themselves at the beginning of their careers, get negligible pay increases only upon arduous negotiations. In general, fees are only marginally increased, and as a result, the rate of inflation cannot always be engrossed.</p>
<p>These detrimental conditions for the artists are justified by presenters as being the result of budgetary reductions.</p>
<p>It is obvious that as a result of general budgetary reductions, cost-cutting measures must be taken.</p>
<p>What is questionable, however, is whether the reductions are being made on the right spots. A large number of audience members attend operatic performances and concerts being largely drawn not by the programs that are presented but rather by the artists performing them.</p>
<p>If on top of the musical performance a convincing staging concept is presented, particularly in the case of a new production, then the latter constitutes an additional incentive for the audience to attend an opera performance; however, more often than not, the audiences’ discontent with the productions is loudly expressed.</p>
<p>Various opera productions must be taken off a season’s program simply because the performances cannot be sold. Since a rehearsal period of approximately five weeks is scheduled for all new productions, the question as to whether a production’s costs can be justified, remains. In addition, in most cases, singers are barred from bringing their own personality into the development of a character, and instead are forced to follow exactly the stage director’s wishes, thereby negatively impacting the singer’s overall performance, for which the singer is then judged by the audience.</p>
<p>This puts a psychological strain upon the singer, which can also thereupon be reflected upon the voice itself. To become a singer or a conductor is a vocation. Under this type of circumstances, the enthusiasm for such a taxing profession can hardly be maintained.</p>
<p>Many years ago, periods comprising three to three and a half weeks of rehearsals were the rule; nowadays, rehearsal periods extend well up to seven weeks.</p>
<p>Are the arising additional costs really justified? Singers are required to master their roles by the beginning of rehearsals, and in most cases, singers will have already debuted such roles in other opera houses, meaning that they surely could adjust to a new interpretation within a shorter period of time.</p>
<p>Nowadays, singers are also primarily judged in terms of whether they meet the criteria of the staging, while their musical qualities are relegated to the sidelines.</p>
<p>These problems affect all singers. To add insult to injury, singers who are steady members of the roster of soloists of an opera house, and who must abide by its existent work conditions, find themselves under the constant risk that their contracts may be terminated. It has already been established through several channels that the fees for such singers are extremely low and often times only afford them the possibility to cover the bare necessities of life.</p>
<p>Under the current financial possibilities of the opera houses it will be difficult to find a solution to these problems. However, through targeted austerity measures, the psychological pressure upon the singers could be relieved, which would undoubtedly improve the quality and therefore the level of any opera house.</p>
<p style="text-align: right;">(Translated from German by Dr. Emilio Pons)</p>
<p><em>Dr. Germinal Hilbert is founder and proprietor of the agencies &#8220;Opéra et Concert&#8221; in Paris, and &#8220;Hilbert Artists&#8217; Management&#8221; in Munich. With more than 40 years of experience to his credit, he is one of the top artists&#8217; managers in the international music business.</em></p>
<p><a href="http://www.hilbert.de" target="_blank">www.hilbert.de</a></p>
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		<title>Portrait: Rebellin mit weichem Kern</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Apr 2013 00:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Kulman</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Elisabeth Kulman gab dem &#8220;Kurier&#8221; dieses Interview am 8. März 2013, noch nicht ahnend, dass sie nur wenige Tage danach eine Lawine im Internet lostreten und die &#8220;Revolution der Künstler&#8221;... <a class="xs-entry-read-more" href="http://www.elisabethkulman.com/portrait-rebellin-mit-weichem-kern/">Details &#187;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/04/feature_wesely1.jpg" class="floatbox" rev="group:2607 caption:`© Julia Wesely`"><img class="size-thumbnail wp-image-2609 alignright" title="© Julia Wesely" alt="Portrait: Rebellin mit weichem Kern" src="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/04/feature_wesely1-150x150.jpg" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Elisabeth Kulman gab dem &#8220;Kurier&#8221; dieses Interview am 8. März 2013, noch nicht ahnend, dass sie nur wenige Tage danach eine Lawine im Internet lostreten und die &#8220;Revolution der Künstler&#8221; ausrufen würde. Mit den <strong>Aktualitäten aus den ersten heißen Tagen der &#8220;Revolution&#8221;</strong> ergänzt, erschien dieses Portrait am 6. April 2013 in der Wochenendausgabe des &#8220;Freizeit-Kurier&#8221;.</p>
<p><a title="2013, April 6 | Rebellin mit weichem Kern" href="http://www.elisabethkulman.com/2013-april-6-rebellin-mit-weichem-kern/">» Mehr lesen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>2013, April 6 &#124; Rebellin mit weichem Kern</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Apr 2013 23:41:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Kulman</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurier &#8211; Freizeit, 6. April 2013, Ro Raftl Schön singen, schön spielen, schlank sein, gut aussehen. Soll eine Operndiva können. Elisabeth Kulman, Mezzosopranistin mit Wunderstimme, kann&#8217;s. Nach Achterbahnkarriere an der... <a class="xs-entry-read-more" href="http://www.elisabethkulman.com/2013-april-6-rebellin-mit-weichem-kern/">Details &#187;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2603" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/04/kurier_freizeit_2013_04_06.pdf" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-2603 " alt="» Als PDF lesen" src="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/04/interviews_kurier_raftl2013-300x259.jpg" width="300" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">» Als PDF lesen</p></div>
<p>Kurier &#8211; Freizeit, 6. April 2013, Ro Raftl</p>
<p><strong>Schön singen, schön spielen, schlank sein, gut aussehen. Soll eine Operndiva können. Elisabeth Kulman, Mezzosopranistin mit Wunderstimme, kann&#8217;s. Nach Achterbahnkarriere an der Spitze, radikal bereit, fürs Zarte im Künstler zu kämpfen.</strong></p>
<p>Revolution! Mut, Wut, Gerechtigkeitssinn. &#8220;Vergessen Sie das Interview, das wir gemacht haben. Ich habe ein Erdbeben ausgelöst&#8221;, schreibt mir Elisabeth Kulman, nachdem sie die Wiener Zeitung &#8220;Jeanne d&#8217;Arc der Künstlergagen&#8221; genannt hat. Falls noch irgendwer nicht weiß, worum es geht: Die prominente Mezzosopranistin hat sich auf Facebook mit den Klagen über &#8220;Die traurigsten und unverschämtesten Künstlergagen &amp; Auditionerlebnisse&#8221; solidarisiert.</p>
<p>Kulman, 39, dunkeldichte schulterlange Locken, 55 Kilo auf 1,70 Meter, Burgenländerin aus Oberpullendorf mit Achterbahnkarriere bis zu Triumphen der Sonderklasse &#8211; wie unlängst mit Wagners &#8220;Wesendonck-Liedern&#8221; bei der Salzburger Mozartwoche: &#8220;Die Philharmoniker haben mir einen Teppich zu Füßen gelegt und ich bin drübergeschwebt. Der Höhepunkt meines Lebens, hab ich gedacht. So ein Glücksgefühl hab ich noch nie erlebt.&#8221; Obwohl sie fast immer fabelhafte Kritiken bekommt als &#8220;Orfeo&#8221; bei den Salzburger Festspielen, als &#8220;Anna Bolenas&#8221; Page Smeton zwischen den Damen Netrebko und Garanca auf der Wiener Staatsopernbühne oder als Fricka in Wagners &#8220;Walküre&#8221; in München. Tät schon reichen für ein saftiges Porträt.</p>
<p>Doch jetzt das: Kulman, die kommenden Salzburgsommer als Mrs. Quickly in Verdis &#8220;Falstaff&#8221; engagiert ist, hat sich über Alexander Pereiras Sparmethoden auf dem Rücken der Künstler ausgelassen. Dass er keine Probenpauschale mehr bezahle, sondern nur die Abendvorstellungen. Dass die öffentliche Generalprobe &#8211; mit Kartenverkauf &#8211; nicht als Vorstellung, sondern als unbezahlte Probe gelte. Dass es zwar eine kleine Reisekostenpauschale gibt, aber keine Hotelspesen. Das heißt: &#8220;Wenn ich also nach den sechs Wochen Proben krank bin und keine einzige Vorstellung singen kann, gibt&#8217;s nicht nur keine Gage, sondern ein dickes Minus zu verbuchen.&#8221; Zusatz: &#8220;Aber wer will nicht bei den Salzburger Festspielen singen? So akzeptiert man halt diesen Vertrag.&#8221; Das hat gereicht, um wildestes Pro und Kontra zu entfesseln.</p>
<p>Kulman mailt gegen halb drei in der Nacht: &#8220;Ich bekomme seither minütlich Mails, Briefe, Anrufe, SMS, arbeite mich gedanklich rund um die Uhr damit ab, treffe zig Entscheidungen in Sekundenschnelle. Mein Kühlschrank ist seit drei Tagen leer und ich schlafe nur drei bis vier Stunden. Aber ich versuche Tausende Facebook-Liker zu koordinieren, Impulse zu setzen, Projekte zu kreieren und umzusetzen. Die Welt umzukrempeln &#8211; und es lohnt sich!</p>
<p>Nein, Pereira hat sich noch nicht gemeldet, angeblich sind die Salzburger &#8216;platt&#8217;, aber es geht ja nicht (nur) um ihn. Die Künstlerwelt steht Kopf und fordert Änderungen. Berühmte Kollegen melden sich massiv zu Wort, solidarisieren sich mit mir, mit uns. Die Revolution ist nicht mehr aufzuhalten. So, und jetzt kippe ich wieder mal ins Bett.&#8221;</p>
<h4>&#8220;Es geht nicht um mich, sondern um etwas viel Größeres und Wichtigeres&#8221;</h4>
<p>Nachtrag nächsten Morgen: &#8220;Alles, was ich bisher an Erfahrungen gesammelt habe, kommt mir jetzt zugute. Ich bin voller Kraft, alle meine Stärken &#8211; neben dem Singen &#8211; entfalten sich. Ich trage nun große Verantwortung, zweifle keine Sekunde daran, dass es richtig war, was ich ausgelöst habe. Es musste sein! Darin geben mir Tausende Recht, denen ich zu einer Stimme verholfen habe. Es ist der absolute Wahnsinn &#8230; Natürlich stoße ich auch an meine körperlichen Grenzen. Sowas gibt&#8217;s nicht alle Tage &#8211; Gottseidank. Aber es geht nicht um mich, sondern um etwas viel Größeres und Wichtigeres &#8230;&#8221;</p>
<p>Rebellisch war Elisabeth Kulman schon als Kind. Nein, supergute Noten in der Schule, aber stur gebockt, nie so funktioniert, wie die Mama, &#8220;eine sehr starke Persönlichkeit&#8221;, es gern gehabt hätte. &#8220;Meine Kindheit war mein Coach. Hat mich als Kämpferin strukturiert. Hab ja viel von meiner Mutter geerbt. Das hat die Reibung damals verstärkt. Eine Reibung, die ich auch weiter suche.&#8221;</p>
<p>Beim Singen und Musizieren wurde vieles befriedet. Elisabeth bekam Geigenunterricht, gesungen wurde oft und gern, in der Familie und im Kirchenchor. Nach der Matura während eines finno-ugrischen Sprachstudiums in Wien weiter im Schönberg-Chor. Oft mit Nikolaus Harnoncourt am Pult, prägend als Maestro. Sie glüht: &#8220;Ich verehre ihn tief, als Dirigent, Philosoph und Mensch.&#8221; Und da das Leben immer in Kreisen verläuft, wird sie im Sommer wieder bei der Styriarte singen, die Boulotte in Offenbachs &#8220;Ritter Blaubart&#8221;, ihren Geburtstag, den 40., wieder bei Harnoncourt auf der Bühne verbringen: &#8220;Gibt&#8217;s was Schöneres für eine Sängerin?&#8221;</p>
<p>Begonnen hat&#8217;s ja auf den Konzertreisen mit dem Schönberg-Chor: &#8220;Alle haben gesagt, du musst Gesang studieren!&#8221; Also geht sie &#8220;mit 22 erst und mit Naturstimme&#8221; auf der Musikhochschule vorsingen, reüssierte, wurde von Helena Lazarska ausgebildet. War nach sechs Jahren plötzlich &#8220;diplomierte Opernsängerin&#8221;, was ihr gar nicht so gefiel mit den Bildern, die sie von Opernsängerinnen im Kopf hatte: &#8220;Dick, unbeweglich, große Allüre. Die Anna (Netrebko) hat da viel verändert. Ja, jetzt soll eine Operndiva schön singen und schön spielen können, schlank sein und gut aussehen.&#8221;</p>
<p>Elisabeth Kulman kann das alles, tut das alles. Bravourös. Nach Hürdenläufen, rauf-runter-rauf: Erst wechselte sie, schon mitten in der Karriere, das Fach, von Sopran auf Mezzosopran. &#8220;Schwierig, doch mein Körper gab mir Signale: Du musst was verändern.&#8221; Das hieß: Vieles absagen, von den Salzburger Festspielen bis zu einem fixen Jahresvertrag in der Schweiz. Danach die Leute davon überzeugen, &#8220;dass man im neuen Fach auch gut ist. Eine Höllenarbeit! Als ob man bei Null anfinge.&#8221; Wieder da, wieder im Glanz, dieser Unfall in Bochum bei der Ruhrtriennale: Ein Kollege jagte ihr (unabsichtlich natürlich) seinen Ellbogen in den Kehlkopf. Schock und Panik: &#8220;Was mache ich, wenn die Stimme kaputt ist?&#8221; Wieder ein Anfang von Null auf Hundert, monatelange Stimmübungen: &#8220;Ich habe sie gehasst. Mussten aber sein. Doch schlimmer war: Ich habe mir lang nichts mehr zugetraut. War psychisch angeknackst.&#8221; Trotzdem: Keine Psychotherapie. Keine Lebenshilfebücher. Den Freunden nicht im Telefon gehangen. &#8220;Hab über ein Jahr versucht, die Ruhe zu bewahren und zu vertrauen. Ich mache sehr lange sehr viel mit mir selber aus.&#8221; Zur alten Weisheit &#8220;Die Rückschläge sind es, die einen weiterbringen&#8221; fügt sich die bittere Bilanz: &#8220;Bei mir waren sie mit einem Qualitätssprung verbunden. Aber: Du wirst beim Kämpfen nicht unterstützt. Sondern erniedrigt. Gedemütigt.&#8221;</p>
<p>Sie muss längst nicht mehr alles hinnehmen, nicht mehr jeden Kompromiss schließen: Eine CD-Aufnahme von Schubertliedern in Paris ließ sie platzen. &#8220;Ich will die Entscheidung treffen, welche Lieder ich singe, noch dazu auf CD. Die ist für die Ewigkeit. Doch wir konnten uns über das Programm nicht einigen.&#8221; Radikal sei sie geworden: &#8220;Ich bin niemandem etwas schuldig. Nur mir selbst.&#8221;</p>
<p>Bei Regisseuren kam sie bis jetzt noch nie in Revolten-Notstand: &#8220;Mit viel Diplomatie, weiblichem Manipulationstalent hab ich&#8217;s noch immer geschafft einzubringen, was ich wollte. Es ist mein Körper, sind meine Gedanken und Gefühle, die auf der Bühne sprechen.&#8221; Ja, man lerne in dem Job, hart im Nehmen zu werden, erst, wenn man ein gewisses Level übersprungen hat, müsse man nicht mehr alles ertragen: &#8220;Doch wie viele bleiben auf der Strecke, weil ihnen unterwegs die Kraft ausgeht.&#8221; Für die kämpft sie jetzt auf Facebook. Dafür, dass sie den &#8220;weichen Kern unter der harten Schale&#8221; bewahren können: &#8220;Das Wichtigste für einen Künstler ist, seinen weichen Kern zu pflegen, zu säubern, klar zu halten.&#8221;</p>
<p>Fünfeinhalb Jahre war sie mit Jazzbassist und Komponist Georg Breinschmid zusammen, &#8220;eine schöne und wichtige Zeit&#8221;. Er wohnt nur einen Häuserblock weiter. Und: &#8220;Gescheitert&#8221; sind sie nicht. Hätten nur irgendwann empfunden, &#8220;dass wir als Freunde besser funktionieren denn als Paar. Im künstlerischen Austausch. Der ist wichtig.&#8221; Witzig auch: In einem Konzert von Breinschmid und Thomas Gansch im Konzerthaus (das im Mai als Live-CD erscheint) schwenkt Kulman zur Nummer <a href="http://youtu.be/KCfL8qkxL30" target="_blank">&#8220;Der Tod&#8221;</a> rote Federboa, Arme und viel Bein unterm knappen Mini.</p>
<p>Pannonisch, feurig, dramatisch, sentimental erscheinen sie am 18. April im &#8220;Hungaro Tune&#8221; im Musikverein. Breinschmid hat mit den Orchesterarrangeuren Ferry Janoska und Tscho Theissing Bartók, Kodály, ungarische Volksmusik und Gipsy-Elemente in (s)einen eigenen Kontext für die Tonkünstler übersetzt, Weltklasse-Geiger Benjamin Schmid und der bulgarische Pianist Antoni Donchev verstärken die Idee &#8211; und Elisabeth K schließt wieder einen Kreis. Kehrt an ihre burgenländischen Wurzeln zurück.</p>
<p>Sagt trotzdem: &#8220;Jetzt bin ich Single. Im Umbruch. Will alles neu gestalten, wie ein Puzzle, damit es gut und schön ist. Bin ein sehr selbständiger Mensch, sehr ausgefüllt, mach Krafttraining, fahr fast überall mit dem Radl hin, koche auch, aber nur für mich allein, bei Gästen hätt ich Hemmungen. So gut kann ich&#8217;s nicht.&#8221; Weiß, dass ihre Beziehungen unkonventionell sein müssen. &#8220;Der Mann spielt nicht die Hauptrolle in meinem Leben, auch wenn ich gerne wieder einen hätte. Doch schwierig für mich, Freundschaften aufzubauen, auch zu Frauen: Wer nicht akzeptiert, dass ich nicht immer greifbar und verplanbar bin, kann nicht mein Freund sein.&#8221; Eine Schere. Die zweite: &#8220;Bin ein introvertierter Mensch, der gelernt hat, auf der Bühne extrovertiert zu sein. Partys und Events sind nicht mein Ding. Wenn mich jemand auf der Straße anspricht, brauch ich meist eine Weile, um aus meiner Welt zu erwachen und ihn grüßen zu können. Hab so viel damit zu tun zu denken.&#8221;</p>
<p>Was sie denkt? &#8220;Wie man ein Leben abseits von Kapitalismus und Materialismus gestaltet.&#8221; Ständig am Entrümpeln, trenne sie sich leicht von Kleidern, Möbeln, Büchern: &#8220;Lasse gerne los. Mag die Leere. Die gibt Freiheit.&#8221; Fragt sich oft: &#8220;Warum tut man sich das alles an mit der Karriere? Für den Grabstein? In hundert Jahren weiß keiner mehr was von dir.&#8221;</p>
<p>Jetzt. Ist alles anders. Kulman kämpft.</p>
<p>Schaumamal.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>No number of wrongs can yield a right &#8211; Guest comment from Emilio Pons</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Apr 2013 22:41:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Kulman</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE REVOLUTION DER KÜNSTLER]]></category>

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		<description><![CDATA[Gastkommentar am 4. April 2013 A new, unexpected kind of cultural revolution » Zur deutschen Übersetzung The last decades have borne witness to the previously unimaginable power that activism, heralded... <a class="xs-entry-read-more" href="http://www.elisabethkulman.com/no-number-of-wrongs/">Details &#187;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Gastkommentar am 4. April 2013</em></p>
<h1>A new, unexpected kind of cultural revolution</h1>
<p style="text-align: right;"><a href="#de">» Zur deutschen Übersetzung</a></p>
<p><a href="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/04/emiliopons2b.jpg" class="floatbox" rev="group:2585"><img class="alignright size-medium wp-image-2593" alt="emiliopons2b" src="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/04/emiliopons2b-300x214.jpg" width="300" height="214" /></a>The last decades have borne witness to the previously unimaginable power that activism, heralded by celebrity and coupled with social media, has to organize all members of society, forge even the most unexpected of alliances, and bring about much needed change in all realms, from politics and economics, to science, philosophy and even religion. It seems as though society cannot and will no longer stand impassible to injustice –whether perpetrated by dishonest politicians, unscrupulous key figures of the world’s financial markets, or morally corrupt religious leaders– and is finally willing to stand, together, for what is right.</p>
<p>The latest battle is currently being played out in the realm of culture, and of classical music, in particular. Contrary to the popular assumption that the arts unfold in a sphere alien to and beyond the influence of any negative traits, the arts are, in fact, not unlike any other human enterprise. Deceitfulness, incompetence, nepotism, despotism, oppression and a notorious lack of transparency are, unfortunately, also rampant in the arts.</p>
<p>Making matters worse, whether as a result of a deeply rooted sense of pessimism, a generalized lack of solidarity amongst artists, or an understandable fear for retaliation, cowardice had historically translated into secrecy. That was until celebrated Austrian mezzosoprano Elisabeth Kulman decided to break the silence, and to speak out and stand for her rights and those of her peers, thereby jeopardizing the fruits of a challenging and arduous professional career.</p>
<p>In a profession dominated by the super egos of many artistic administrators and the assumed infallibility of the politicians who appoint them, Ms. Kulman had the boldness to publicly question the policies of Mr. Alexander Pereira, one of the most emblematic, influential and long standing cultural managers of recent times. Mr. Pereira, who is currently the artistic director of the world renowned Salzburg Festival, is credited for having turned the Zurich Opera House into one of the most distinguished theaters in the world, bringing not only an impressive roster of artists but also much coveted sponsorship.</p>
<p>Ms. Kulman’s criticism was, at least initially, targeted at Pereira’s policy to only pay for performances, and thus to neither pay rehearsal fees nor to cover the living expenses arising from the weeks long rehearsal process of every operatic production, thereby leaving singers financially unrewarded for their hard work and even potentially facing substantial losses in the unfortunate event that a disease forces an artist to cancel a performance.</p>
<p>To be fair to Mr. Pereira, however, he is hardly the only individual around to implement this or any other policies typifying the notoriously asymmetrical nature of the relationship that currently exists between artistic administrators and artists. These policies may well, in turn, be the result of the equally inordinate power that politicians can wield over artistic administrators, and which economic considerations may exert. One thing is clear, however: no number of wrongs can yield a right.</p>
<p>The public debate about Salzburg’s rehearsal policies sparked an uncommon expression of solidarity amongst opera soloists once other key figures joined the debate. On the <a href="http://www.artsjournal.com/slippeddisc" target="_blank">arts journal of cultural commentator Norman Lebrecht</a>, distinguished American soprano Laura Aikin weighed in on the difficulties that even established singers like herself face when forced to forego rehearsal fees, which struggles become nearly insurmountable for young singers. Other artists followed suit, particularly after Maestro Antonio Pappano, music director of the Royal Opera House, Covent Garden (London), complained during the season’s launch about young opera singers being prone to cancellations, generating even further outrage. This time, artists included figures of such prominence as American superstar mezzosoprano Susan Graham and veteran mezzo Rosalind Plowright, as well as the Metropolitan Opera’s principal conductor, Fabio Luisi.</p>
<p>Ms. Kulman is calling for an “Artists’ Revolution.” It is time for the general public to become aware of the abusive practices in our field –and to put an end to them. Just as in the corporate world, artistic administrators earn high six to seven figure annual salaries. Their employees, by contrast, struggle to make ends meet. The annual average salary of an opera singer in a German opera house, for example, is roughly $44,000 (before taxes!), hardly enough to get by in today’s economy, and scandalously disproportionate considering they are the ones who rehearse countless hours and actually stand on stage day after day, for dozens of shows of numerous productions per year. Emerging artists in opera studios (a corps of young soloists associated with an opera house) are being exploited, some even singing leading roles for an annual compensation of roughly $15,000. Yet the costs of building and maintaining a career are exponentially high –from the financial investment required to earn a degree, to the cost of traveling to and participating in countless auditions, and the private instruction which is essential to hone and preserve any artistic skill.</p>
<p>To make matters worse, these low fees are paired with increasingly taxing production challenges and disrespectful, disparaging work-environments. Many administrators routinely breach their contracts with soloists –some going as far, as is, notoriously, the case most often in Italy, as not paying their artists at all!– knowing full well that the latter could but will not sue out of fear of retaliation or of being burdened with costly and lengthy litigation.</p>
<p>There is a dire need for a strong union for artists, capable of defending their rights; an affordable and expedite, yet legally binding mediation process for dispute resolution; an accreditation process to guarantee the competence of all individuals involved in artistic administration; and finally, of an independent body to regulate and constrain the activities of artistic administrators, especially since they operate, particularly in Europe, largely thanks to public funds.</p>
<p>We must not fall into the trap of concluding that further budget reductions are required to curtail these abuses. What is necessary is transparency, fairness and competence in the handling of financial and human resources in the arts. It is vital for those who understand the crucial role that the arts play in a civilized society, to also acknowledge those who make it possible, accordingly.</p>
<p><em>After having worked several years as lawyer, the international wellknown tenor Dr. Emilio Pons is now managing various artists as well.</em><a name="de"></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<h1>Eine neue, unerwartete Form der Kulturrevolution</h1>
<p>Die letzten Jahrzehnte haben die bis dahin unvorstellbare Macht des Aktivismus bezeugt: Angeführt von namhaften Persönlichkeiten und im Zusammenwirken mit sozialen Medien, vermag sie alle Mitglieder der Gesellschaft zu organisieren, sogar in Gestalt völlig unerwarteter Bündnisse, und dringend erforderliche Veränderungen in allen Bereichen herbeizuführen &#8211; von Politik und Wirtschaft über Wissenschaft, Philosophie und sogar Religion. Es sieht ganz so aus, als ob die Gesellschaft das Unrecht nicht länger ertragen kann und will &#8211; ganz gleich, ob es von ehrlosen Politikern, betrügerischen Lenkern der weltweiten Finanzmärkte oder von korrupten religiösen Führern begangen wird. Und dass sie für das Richtige letztlich auch gemeinsam einzustehen bereit ist.</p>
<p>Das jüngste Gefecht wird derzeit auf dem Feld der Kultur ausgetragen, vor allem im Bereich der klassischen Musik. Ganz im Gegensatz zu der verbreiteten Annahme, dass sich die Künste in einer von allen negativen Einflüssen freien Sphäre entfalten können, sind Künstler denselben Bedingungen unterworfen wie jede andere menschliche Aktivität. Betrug, Vetternwirtschaft, Despotismus, Unterdrückung und ein geradezu notorischer Mangel an Transparenz wuchern leider auch und gerade im Bereich der freien Künste.</p>
<p>Verschärft wird das Problem durch den allgemeinen Mangel an Solidarität unter den Künstlern, ganz gleich, ob dieser auf tief verwurzeltem Pessimismus beruht oder auf verständlicher Angst vor Vergeltungs- und Einschüchterungsmaßnahmen, Feigheit wurde stets mit Stillschweigen behandelt. Das galt zumindest so lange, bis die gefeierte österreichische Mezzosopranistin Elisabeth Kulman beschloss, das Schweigen zu durchbrechen und lautstark für ihre Rechte und die ihrer Künstlerkollegen einzutreten &#8211; dabei durchaus die Früchte einer an Herausforderungen reichen und von anstrengender Professionalität geprägten Karriere gefährdend.</p>
<p>In einer beruflichen Sphäre, die von den Super-Egos so vieler künstlerischer Leiter und der diese ernennenden und sich für unfehlbar haltenden Politiker beherrscht wird, besitzt Frau Kulman die Unerschrockenheit, Entscheidungen eines Alexander Pereira, eines der einflussreichsten und dienstältesten Kulturmanager der letzten Jahrzehnte, ja geradezu einer Symbolfigur des Kunstbetriebes, öffentlich infrage zu stellen. Herrn Pereira, der gegenwärtig als künstlerischer Leiter der weltweit renommierten Salzburger Festspiele tätig ist, gebührt das Verdienst, das Züricher Opernhaus zu einem der bedeutendsten Theater weltweit geformt und dabei nicht nur ein beeindruckendes Kaleidoskop von Künstlern zusammengeführt zu haben, sondern eine ebenso illustre Reihe von Sponsoren.</p>
<p>Frau Kulmans Kritik zielte zunächst nur auf Pereiras Finanzpolitik, derzufolge den Künstlern lediglich die Aufführungen vergütet werden. Weder werden die Proben bezahlt, noch die Kosten der Lebenshaltung während der oftmals wochenlangen Phase der Erarbeitung einer Opernproduktion. Ihre harte Arbeit wird den Sängern folglich in keiner Weise vergolten, im schlimmsten Fall erleiden sie sogar noch Verluste, wenn sie zum Beispiel krankheitsbedingt eine Aufführung abzusagen gezwungen sind.</p>
<p>Der Gerechtigkeit halber muss aber erwähnt werden, dass Alexander Pereira beileibe nicht als einziger für diese Art von Finanzpolitik steht, die die heutige, geradezu notorisch asymmetrische Beziehung zwischen Intendanten und Künstlern kennzeichnet. Diese Politik ist ihrerseits lediglich das Ergebnis des überzogenen Einflusses, den Politiker auf Intendanten ausüben können, und der darüber hinaus unter dem Einfluss wirtschaftlicher Erwägungen steht. Eins ist aber klar: So wie zweimal falsch nicht richtig ergibt, kann wiederholtes Unrecht am Ende kein Recht ergeben.</p>
<p>Die öffentliche Debatte über die Salzburger Proben-Politik löste einen ungewöhnlichen Solidaritätsschub sowohl unter Opernsängern wie auch unter anderen maßgeblichen Personen aus. Auf dem <a href="http://www.artsjournal.com/slippeddisc" target="_blank">Internetportal des Kulturjournalisten Norman Lebrecht</a> wies die renommierte amerikanische Sopranistin Laura Aikin auf die selbst etablierten Sängern wie ihr begegnenden Schwierigkeiten hin, wenn selbst sie auf die Zahlung von Probengeldern drängen müssen, was für junge Sänger quasi unmöglich ist. Andere Künstler legten nach, vor allem, nachdem Maestro Antonio Pappano, der musikalische Leiter des Royal Opera House, Covent Garden (London), durch seine Äußerung für Empörung sorgte, dass gerade junge Opernsänger während der Saison zu Absagen neigen würden. Daraufhin beteiligten sich sogar hochrangige prominente Künstler wie die amerikanische Star-Mezzosopranistin Susan Graham, die „Mezzo-Veteranin“ Rosalind Plowright und der Chefdirigent der Metropolitan Opera, Fabio Luisi.</p>
<p>Frau Kulman ruft nach einer „Revolution der Künstler“. Es ist an der Zeit, dass die Öffentlichkeit über die verheerende Praxis in unserem Bereich aufgeklärt wird, um diese Missstände beseitigen zu können. Ebenso wie in der Firmenwelt, verdienen auch die künstlerischen Leiter das Sechs- oder Siebenfache eines durchschnittlichen Jahresgehaltes. Im Gegensatz dazu müssen ihre Mitarbeiter darum kämpfen, finanziell über die Runden zu kommen. Das durchschnittliche Jahresgehalt eines Opernsängers an einem deutschen Opernhaus beträgt etwa 35.000 € (vor Steuern!), kaum genug, um damit bei den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen zu existieren und geradezu skandalös unangemessen, wenn man bedenkt, dass sie unzählige Stunden proben und nahezu jeden Tag auf der Bühne stehen für Dutzende von Shows und zahllose Produktionen jedes Jahr. Nachwuchskünstler in Opernstudios (eine Gruppe junger Solisten, die mit einem Opernhaus verbunden sind) werden ausgebeutet, wobei einige sogar Hauptrollen für eine jährliche Vergütung von nicht einmal 12.000 € singen. Schon die Kosten für den Start und auch die Begleitung einer Karriere sind außergewöhnlich hoch &#8211; von den Investitionen, die bis zum Erreichen eines Abschlusses benötigt werden, über die Reisekosten und die Teilnahme an zahllosen Vorsingen bis hin zu Privatunterricht, der für das Reifen und Bewahren der künstlerischen Fertigkeiten unabdingbar ist.</p>
<p>Und was die Sache noch fataler macht: Diese niedrigen Gehälter treffen auf immer anstrengendere und herausforderndere Produktionen bei gleichzeitig immer respektloseren und von Geringschätzigkeit geprägten Arbeitsbedingungen. Viele künstlerische Leiter brechen fast schon aus Routine ihre Verträge mit den Solosängern, und einige gehen sogar so weit, vor allem in Italien, dass sie ihre Künstler überhaupt nicht bezahlen! Und das im vollen Bewusstsein, dass der Sänger sie zwar verklagen kann, sich dies aber aus Angst vor Vergeltung oder vor hohen Kosten und einem langwierigen Verfahren nicht wagen wird.</p>
<p>Deshalb benötigen wir ein starkes Bündnis der Künstler, das in der Lage ist, ihre Rechte zu verteidigen, einen notwendigen, raschen und rechtlich bindenden Mediationsprozess für eine zu erstreitende Resolution, einen Prozess der Akkreditierung, um die Kompetenz aller in die künstlerische Leitung einbezogenen Personen zu gewährleisten und schließlich eine unabhängige Instanz, die die Aktivitäten der künstlerischen Leiter regelt und &#8211; wenn nötig &#8211; korrigiert, besonders dann, wenn diese, wie zu einem guten Teil in Europa, größtenteils mit öffentlichen Geldern operieren.</p>
<p>Wir dürfen nicht in die Falle tappen, zu glauben, dass weitere Budgetkürzungen erforderlich sind, um diesen Missbrauch zu beschneiden. Was wir benötigen, ist Transparenz, Fairness und Kompetenz im Umgang mit den finanziellen und menschlichen Ressourcen im Kunstbereich. Es ist essenziell, dass diejenigen, die die Schlüsselrolle der Kunst in zivilisierten Gesellschaften verstehen, auch die entsprechende Anerkennung für die Künstler, die die Künste ermöglichen, zum Ausdruck bringen.</p>
<p><em>Dr. Emilio Pons arbeitete mehrere Jahre als Jurist und ist heute international tätiger Opernsänger (Tenor) und Künstlermanager.</em></p>
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		<title>Das erkrankte System schadet den Künstlern &#8211; Gastkommentar Psychiaterin Dr. Mahkorn</title>
		<link>http://www.elisabethkulman.com/gastkommentar-lampenfieber-ambulanz-uni-klinik-bonn/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Mar 2013 12:44:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Kulman</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE REVOLUTION DER KÜNSTLER]]></category>

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		<description><![CDATA[Gastkommentar am 24. März 2013 Es ist mir eine große Ehre, mich in diesem Forum äußern zu dürfen. Seit einigen Jahren verfolge ich mit einigem Erstaunen die Gesangslaufbahn einiger Freundinnen,... <a class="xs-entry-read-more" href="http://www.elisabethkulman.com/gastkommentar-lampenfieber-ambulanz-uni-klinik-bonn/">Details &#187;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/03/mahkorn2f.jpg" class="floatbox" rev="group:2566"><img class="alignright size-medium wp-image-2567" alt="mahkorn2f" src="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/03/mahkorn2f-300x196.jpg" width="300" height="196" /></a><em>Gastkommentar am 24. März 2013</em></p>
<p>Es ist mir eine große Ehre, mich in diesem Forum äußern zu dürfen.</p>
<p>Seit einigen Jahren verfolge ich mit einigem Erstaunen die Gesangslaufbahn einiger Freundinnen, die Sängerinnen sind, als Psychiaterin verfolge ich regelmäßig die Laufbahn vieler Patientinnen und Patienten aus dem Gesangsfach, die in einem System kämpfen, welches nicht immer respektvoll mit ihnen umgeht.<br />
Viele von Ihnen sind nicht auf die Rahmenbedingungen vorbereitet, die das System Ihnen abverlangt.<br />
Viele von Ihnen beginnen den beruflichen Weg zuversichtlich und hoffnungsvoll, rechnen aber nicht mit den Erwartungen, die außerhalb des Gesanglichen und Darstellerischen gestellt werden.<br />
Besonders harte äußere Bedingungen sind die befristeten Verträge, der hohe Konkurrenzdruck, die immer weniger werdenden finanziellen Ressourcen, vor allem im Kontext der Weltwirtschaftskrise.<br />
All diese Bedingungen schaffen einen Nährboden für Ausgenutztwerden und Missbrauch von Gutmütigkeit und führen zu Entscheidungen, die aus Angst getroffen werden.<br />
Vor drei Jahren stellte sich eine junge Sängerin bei mir vor, die nach einer größeren Operation zu früh wieder in den Opernbetrieb zurückgekehrt war. Unter Schmerzmitteln bestritt sie tausende von Kilometern fern der Heimat ein unvorstellbares Pensum an Proben, Premieren und Korrepetitionen, sie traute sich nicht &#8211; angesichts der bevorstehenden Vertragsverlängerung &#8211; weiter krank gemeldet zu sein. In dieser Situation verlangte ein Regisseur plötzlich Dinge von ihr, die über ihre Grenzen hinaus gingen.<br />
Dennoch ließ sie sich, professionell, perfektionistisch und pflichtbewußt, darauf ein und entwickelte plötzlich Symptome, die sie nicht einordnen konnte und die ihr Angst machten. Auch diese ließ sie erst ärztlich abklären und behandeln, als sie sich längst verselbständigt hatten, der Probenplan und ihre Erschöpfung ließen einen Arzttermin nicht zu. Zusätzlich zu allem Somatischen erhielt sie dann die Diagnose einer Panikstörung, die zum Glück sehr gut behandelbar war.</p>
<p>Solche biographischen Einschnitte zu begleiten, ist Teil meines beruflichen Alltages &#8211; ich sehe täglich Sänger, die in einem System arbeiten, in dem ihre Grundbedürfnisse ständig zugunsten des Betriebes vernachlässigt werden &#8211; meist sind es zu Beginn basale, lebenswichtige Dinge wie regelmäßige Mahlzeiten, Schlaf oder das Pflegen von Freundschaften, die schleichend und zunehmend vernachlässigt werden. Das System verhält sich mitunter so raumfordernd, dass für diese Bedürfnisse kein Platz mehr da ist. Zu nennen sind auch die Abhängigkeiten von vielen Schlüsselpersonen &#8211; es geht in der Hochschule los mit Professoren, die mit ihrer Macht nicht verantwortungsvoll umgehen und teilweise übergriffig sind, es geht weiter mit verletzenden Umgangsformen, dann sind da die Abhängigkeiten und Zwänge des Alltages. Der Druck, die Sympathien des GMD, der Regie zu halten. Konflikte, die erforderlich wären, werden vermieden, um nicht als querulatorisch zu gelten.</p>
<p>Dies wiederum führt mit der Zeit zu einer massiven Destabilisierung und schlimmstenfalls zur Entwicklung von Angstsymptomen oder depressiven Syndromen, die man aus Furcht vor dem Stigma, nicht genug geleistet zu haben, neudeutsch &#8220;Burn Out&#8221; nennt.</p>
<p>Auf der Bühne oder in der Konzertsituation erleben die Künstler eine Aufmerksamkeitslenkung zugunsten der Symptome und spüren, dass sie an Authentizität verlieren, weil sie sich auf Grund von Herzrasen, Schwitzen, Zittern und Kontrollverlust nicht mehr auf ihre Darstellung konzentrieren können.<br />
Letztlich wird dieser Kontrollverlust dann unvermeidlich, wenn ein Künstler nicht mehr für sich sorgt.<br />
Sie verlieren die Kontrolle vor allem, weil Sie nicht mehr selbstbestimmt sind &#8211; andere verlangen permanent irgendetwas von Ihnen &#8211; nicht alles davon ist nachvollziehbar, Sie müssen es trotzdem tun, dies bezeichnet man als Professionalität.<br />
Die Inkompatibilität der Anforderungen des Systems mit den Grundbedürfnissen des Künstlers, die Inkongruenz der Werte, vor allem aber der fehlende Respekt, dies alles schafft Krisen, dies alles macht auf Dauer ängstlich, depressiv, einsam und krank.</p>
<p>Unsere Gesellschaft braucht die Kunst, sie braucht auch das Engagement all dieser wunderbaren Kulturschaffenden.<br />
Um in dem System gesund zu bleiben, ist ein Gegengewicht bestehend aus Solidarität und Zugewandtheit unverzichtbar, Neid und Missgunst dürfen nicht dominant werden.<br />
Ich unterstütze den Aufruf von Elisabeth Kulman.<br />
Er ist längst fällig.<br />
Lassen Sie sich nicht alles gefallen, lassen Sie nicht alles mit sich machen. Lassen Sie Übergriffe auf Ihre Person nicht zu. Achten Sie auf Ihre Grundbedürfnisse, Ihre Integrität &#8211; lassen Sie nicht zu, dass man wie selbstverständlich inhaltlich Dinge von Ihnen erwartet, die Sie gar nicht wollen. Gehen Sie verantwortungsvoll mit sich selbst um.<br />
Seien Sie selbstbestimmt, damit Sie gesund bleiben.</p>
<p>Mit herzlichen Grüßen,<br />
Déirdre Mahkorn</p>
<p>Frau Dr. Déirdre Mahkorn ist Psychiaterin und Neurologin, Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn und Leiterin der deutschlandweit ersten &#8220;Ambulanz gegen Lampenfieber&#8221;</p>
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		<title>Habt Mut!</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Mar 2013 14:18:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Kulman</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE REVOLUTION DER KÜNSTLER]]></category>

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				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/03/04a.jpg" class="floatbox" rev="group:2554"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2559" alt="04a" src="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/03/04a-150x150.jpg" width="150" height="150" /></a>Facebook-Posting am 20. März 2013</p>
<p>Ihr Lieben,</p>
<p>im Laufe der letzten zehn Tage ist soviel passiert, dass ich gar nicht weiß, wie ich die Geschehnisse jemanden beschreiben soll, der sie nicht selbst miterlebt hat. Es hat sich angefühlt, als würde die Erde beben und als wäre ein Vulkan ausgebrochen! Aufregende Zeiten!</p>
<p>An jedem einzelnen dieser letzten Tage (und Nächte) habe ich versucht, so gut ich konnte und mit dem Einsatz all meiner Mittel und Talente bis an den Rand meiner körperlichen Leistungsfähigkeit, einige &#8211; so hoffe ich &#8211; wichtige Impulse zu setzen, die uns unserem Ziel der Veränderung näher bringen sollen. Wir haben mit unserer Kritik an den enormen Missständen im Kunst- und Kulturbetrieb die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erlangt. Man sieht und hört uns jetzt, viele haben begonnen, uns zu verstehen und umzudenken! Die ersten Schritte sind getan, und wir können stolz darauf sein! Aber es gibt noch SEHR VIEL ZU TUN, wenn wir wollen, dass dieser starke Beginn seinen Elan und Schwung behält und nicht im Sande verläuft!</p>
<p>Ich bin nur ein einzelner, wenn auch sicher sehr starker und belastbarer Mensch. Aber auch ich habe meine körperlichen Grenzen und muss diese rechtzeitig erkennen. Ich werde ab jetzt einen Gang zurückschalten, schließlich beginnen für mich am nächsten Montag noch dazu die Vorproben für &#8220;Falstaff&#8221; bei den Salzburger Festspielen, auf die ich mich noch vorbereiten muss.</p>
<p>Die mir wichtigsten Anliegen habe ich angeregt und einige Projekte mit der zupackenden Hilfe einzelner von euch sogar schon auf Schiene bringen können. JETZT SEID IHR DRAN! Ihr seid viele! Ihr könnt und müsst viel tun! Nur wenn jeder einzelne Eigeninitiative ergreift, können wir gemeinsam zum Ziel kommen! Wie sagt man so schön: &#8220;Ändern kannst du nur dich selbst!&#8221; Also fangt bei euch an und seid Vorbild und Inspiration für andere! Mit Labern und Sudern (wie man auf gut Wienerisch fürs Jammern sagt) wird sich nichts verändern! Ihr müsst euren Worten TATEN folgen lassen! Jeder einzelne von euch, der die Veränderung will &#8211; und das wollen wir, die wir uns hier gefunden haben, wohl alle! -, muss in seinem Rahmen und nach seinen Möglichkeiten aktiv werden und kämpfen! Ja, es wird ein Kampf werden, da dürfen wir uns nichts vormachen. Seid euch bewusst, dass uns von außen ein eiskalter Wind entgegenschlagen wird (wie Marlis Petersen gestern so klar gesagt hat) und dass es einen langen und steinigen Weg zu gehen gilt! HABT MUT! Wir sind jetzt viele! Wir sind eine große, starke Gruppe, und darauf können wir bauen: auf die Solidarität unter uns, auf den gemeinsamen Willen und auf die Talente und Fähigkeiten jedes einzelnen! GEMEINSAM SIND WIR STARK!</p>
<p>Seid mutig und ausdauernd und seid Vorbild für andere, die schwach sind und zweifeln! Wir brauchen aufrichtige, starke, große Persönlichkeiten in unserer Welt! Menschen mit Zivilcourage, Standfestigkeit und Rückgrat! Wenn ich euch darin Vorbild sein konnte, habe ich viel erreicht.</p>
<p>Ab nun werde ich mich also etwas zurücknehmen und hoffentlich mit Freude beobachten können, was sich alles durch eure Aktivitäten und Initiativen bewegt!</p>
<p>Mit Johannes Schatz, dem Gründer eurer &#8220;<a href="https://www.facebook.com/Kuenstlergagen" target="_blank">Klagemauer</a>&#8220;, bin ich in ständigem Kontakt. Intern nennen wir einander übrigens scherzhaft Jeanne d&#8217;Arc und Robin Hood <img src='http://www.elisabethkulman.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  &#8230;</p>
<p>Ich stehe voll hinter euch, und wenn ihr mich braucht, lasst es mich wissen!</p>
<p>In diesem Sinne weiterhin: Auf die mit Erfolg gekrönte REVOLUTION DER KÜNSTLER!<br />
Auf dass sie die nötige Kraft hat und unsere kleine und große Welt zum Besseren verändert!</p>
<p>Eure<br />
Elisabeth Kulman</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Das Allgemeine hinter dem Speziellen &#8211; Gastkommentar Marlis Petersen</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Mar 2013 08:10:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Kulman</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE REVOLUTION DER KÜNSTLER]]></category>
		<category><![CDATA[Gastkommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Marlis Petersen]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution der Künstler]]></category>

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		<description><![CDATA[Quelle: Facebook-Seite Elisabeth Kulman, 19. März 2013: Gastkommentar von meiner wunderbar klugen und gescheiten Kollegin, der von New York über Salzburg und Wien bis Tokio gefeierten &#8220;Turbo-Sopranine&#8221; Marlis Petersen! Sie grüßt... <a class="xs-entry-read-more" href="http://www.elisabethkulman.com/gastkommentar-marlis-petersen-das-allgemeine-hinter-dem-speziellen/">Details &#187;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/03/marlis1b.jpg" class="floatbox" rev="group:2541"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2543" alt="marlis1b" src="http://www.elisabethkulman.com/wp-content/uploads/2013/03/marlis1b-150x150.jpg" width="150" height="150" /></a>Quelle: <a href="https://www.facebook.com/elisabeth.kulman.fan" target="_blank">Facebook-Seite Elisabeth Kulman</a>, 19. März 2013:</p>
<p>Gastkommentar von meiner wunderbar klugen und gescheiten Kollegin, der von New York über Salzburg und Wien bis Tokio gefeierten &#8220;Turbo-Sopranine&#8221; Marlis Petersen! Sie grüßt euch herzlichst aus ihrer Wahlheimat Athen! Lest, was sie euch zu sagen hat:</p>
<h4>Das Allgemeine hinter dem Speziellen</h4>
<p>Meine liebe und mutige Kollegin Elisabeth Kulman hat hier etwas losgetreten, was wohl schon längst darauf gewartet hat, und zwar nicht nur in unserer Branche der Kunst, sondern in vielen anderen Bereichen auch. Es geht hier also nicht nur um ein Phänomen spezifischer Zuordnung, sondern um ein globales, ich würde sagen, es ist ein „Thema“, das sich durch unsere Gesellschaft zieht, durch sie verursacht wird und in ihr wieder mündet.</p>
<p>Deswegen halte ich es für wichtig, dass wir uns hier nicht in der einzelnen Anklage verlieren oder Beschuldigungen verschieben, sondern einmal genauer hinschauen, wo denn das alles herkommt und was wir tun können.</p>
<p>Unsere Gesellschaft ist so mit Regularien vollgepfropft, dass der Mensch nicht mehr wirklich frei agieren kann. Wir sind Sklaven unserer Gesetze, die andere machen; wirklich gut läuft es nur, wenn man Macht und Geld hat. Dazu muss man sich heute etwas einfallen lassen, denn unsere Gesellschaft pflutscht nicht mehr von alleine, wir stecken in der Krise, also müssen wir irgendwie einen Gang zurückschalten.</p>
<p>Aber wie schon das „Lebensleiter“-Gedicht von Eugen Roth beschreibt, ist das Zurückschalten nicht so einfach und für viele beginnt dann das Überlegen, wie sie auf ihrem Standard bleiben können trotz Krise. Und klar, das funktioniert: sie ändern nichts an sich selbst, sondern ändern das Leben der anderen: weniger Geld, längere Arbeitszeiten, kein Probengeld mehr, Bestechung, Betrug und so vieles mehr.</p>
<p>Eine Zeit lang geht das gut, weil wir als arbeitende Bevölkerung, vom Klempner bis zum Filmstar irgendwie immer noch leben können, die einen besser, die anderen weniger gut. Aber jenseits des Geldes gibt es Ethik &#8211; und zwar für JEDEN von uns, und da haben wir jetzt einen Punkt erreicht, wo das berühmte Fass überläuft.</p>
<p>Es beginnt das Diskutieren, die Menschen machen den Mund auf, wir sehen plötzlich, dass es vielerorts auf unserem Planeten ähnlich läuft und wir sind endlich nicht mehr bereit, die Spielchen der Mächtigen mitzuspielen.</p>
<p>Das ist auch der Moment, wo wir wirklich verstehen, was für ein gigantisches Netzwerk wir sind und dass wir es aktivieren können&#8230;..danke an Elisabeth für den Grundstein, den sie hier für uns alle gelegt hat. Sie rüttelt an den starren Strukturen und setzt sich den Wellen aus, die über ihr zusammenbrechen werden, und wir können an ihrer Seite sein, und sie stützen. Nicht wegen der teuren Salzburger Festspiele oder der mächtigen Opernchefs, sondern für jeden Klempner und Büroangestellten und Zeitungsschreiber und Müllmann.</p>
<p>Wir brauchen einander!</p>
<p>Deswegen ist es nötig, dass wir die Augen weit öffnen und wirklich HINschauen, den Blickwinkel erweitern, Dinge in neuem Licht sehen, Strukturen hinterfragen, aufmerksam und bewusst sind und auch immer mehr wahrnehmen, wer WIR in all diesem Gefüge sind. Ist es stimmig, was wir hier treiben? Braucht es Veränderung?</p>
<p>Wenn wir endlich unsere eigene Präsenz und unseren Wert begreifen, können wir das Leben neu gestalten!</p>
<p>Die Kraft liegt in der Gemeinsamkeit&#8230;und ich meine hier nicht, dass wir gemeinsam GEGEN etwas vorgehen, sondern dass es zwischen den Fronten zu Verständnis, Respekt und Kommunikation kommt und wir miteinander verändern können!</p>
<p>In diesem Sinne&#8230;..volle Kraft voraus!</p>
<p>Marlis Petersen</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Gesucht: Aussagekräftiger Slogan</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Mar 2013 13:04:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Kulman</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE REVOLUTION DER KÜNSTLER]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir brauchen einen aussagekräftigen Slogan, einen Spruch (idealerweise nicht mehr als 4-5 Worte, aber mehr als 2), der kurz und knapp auf den Punkt bringt und der Öffentlichkeit verständlich macht,... <a class="xs-entry-read-more" href="http://www.elisabethkulman.com/gesucht-aussagekraftiger-slogan/">Details &#187;</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wir brauchen einen aussagekräftigen Slogan, einen Spruch (idealerweise nicht mehr als 4-5 Worte, aber mehr als 2), der <strong>kurz und knapp auf den Punkt bringt</strong> und der Öffentlichkeit verständlich macht, worum es uns bei der &#8220;Revolution der Künstler&#8221; geht! (Ergänzend dazu soll es ein Logo geben. Dazu später mehr.)</p>
<p>Der fertige Slogan kann dann auf euren Websites und auf Internet-Plattformen eingebunden werden. Er soll auch Grundlage für einen Jingle sein, der im Radio (und TV?) gespielt wird. Ein T-Shirt mit dem Spruch könnte euch Kraft geben, unsere Werte nach außen hin zu vertreten!</p>
<p><strong>Unsere Werte und Forderungen sind:</strong></p>
<ul>
<li>Menschenwürdige Behandlung</li>
<li>Wertschätzung der künstlerischen Leistung</li>
<li>Faire Bezahlung</li>
<li>Transparenz</li>
<li>Gegenseitiger Respekt</li>
<li>Solidarität</li>
<li>Kunst braucht den Stellenwert in der Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, der ihr gebührt. Sie ist die Grundlage unserer Kultur und unseres Menschseins!</li>
<li>&#8230;</li>
</ul>
<p>Ich rufe zum Kreativprozess auf und freue mich über viele Ideen!<br />
Elisabeth Kulman</p>
<p>PS: In der rechten Spalte könnt ihr den Update-Newsletter abonnieren! Dann bleibt ihr über den Stand der Dinge am Laufenden.</p>
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