Offizieller Pressetext zur Revolution der Künstler und “art but fair”

fb_profilbild_artbutfair-logo_betaStand: 6. Mai 2013

Aus einem spontanen Impuls heraus von Musical-Produzent Johannes Maria Schatz am 19. Februar 2013 gegründet, löste die Facebook-Seite „Die traurigsten & unverschämtesten Künstlergagen und Auditionserlebnisse“ unter Künstlern umgehend einen regelrechten Sturm aus. Innerhalb weniger Stunden hatte die Seite mehrere Hundert Likes, nach zweieinhalb Monaten sind es nun über 9000. Künstler aller Sparten begannen ihre Erlebnisse zu veröffentlichen, die die haarsträubenden und entwürdigenden Bedingungen ans Licht brachten, unter denen Künstler arbeiten. Für einen Großteil der Betroffenen ist ein finanzielles Auskommen allein aus künstlerischer Tätigkeit trotz jahrelanger Ausbildung und hoher Qualifikation nahezu unmöglich. Erste Medienberichte über die „Künstler-Klagemauer“ erschienen in der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau.

Prominente Unterstützung erhielt die Facebook-Seite am 11. März 2013 durch die österreichische Mezzosopranistin Elisabeth Kulman, die es wagte, Missstände in der „Oberliga“ des Kulturbetriebs öffentlich anzuprangern, über die man bislang nur hinter vorgehaltener Hand getuschelt hatte. Namentlich kritisierte sie die ersatzlose Streichung der Probengelder bei mehrwöchigen Opernproduktionen der Salzburger Festspiele durch Intendant Alexander Pereira, enge Termindispositionen ohne Rücksicht auf die körperliche Belastbarkeit der Sänger, Inkompetenz und Korruption bei den Entscheidungsträgern etc. Spätestens als sie am 16. März 2013 die Künstler zur „Revolution“ aufrief, stürzten sich die Medien auf die heiße Story (Opernnetz, Salzburger Nachrichten, Die Welt, Wiener Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Profil, Kurier, Artsjournalblog „Slipped Disc“, ORF, BR, WDR, NDR etc.).

Elisabeth Kulmans öffentliche Kritik fand Bekräftigung durch ihre Opernkollegen Laura Aikin, Marlis Petersen, Markus Brück, Thomas Moser, Jonas Kaufmann und Simon Keenlyside. Auch der internationale Top-Agent Dr. Germinal Hilbert, die Intendanten Barrie Kosky, Sir Peter Jonas, Ioan Holender, zahlreiche Kulturjournalisten sowie die Psychiaterin Dr. Déirdre Mahkorn, Leiterin der ersten deutschen „Lampenfieber-Ambulanz“, sind sich einig, dass „das erkrankte System den Künstlern schadet“. Eine rege, großflächige Diskussion ist mittlerweile in Gang gekommen, die den enormen Handlungsbedarf mehr als offensichtlich macht.

Das Team um Johannes Maria Schatz und Elisabeth Kulman verfolgt mit der „Revolution der Künstler“ folgende Ziele:

  • die Künstler untereinander zu solidarisieren und zu vernetzen;
  • die Öffentlichkeit auf die Missstände hinzuweisen und Aufklärungsarbeit hinsichtlich des Berufsbildes Künstler zu leisten;
  • die essentielle Bedeutung und den einzigartigen Wert der Kunst und der Künstler ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken;
  • die am Kulturbetrieb Beteiligten – Künstler, Veranstalter, Intendanten, Agenten, Lehrer, Kulturpolitiker etc. – an einen Tisch zu bringen und gemeinsam, im konstruktiven Dialog, Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu finden und diese umzusetzen.

Eine Diskussionsplattform mit dem Ziel der Reform speziell des Opernbetriebs steht unter OpernReform.com für alle Professionisten mit der Einladung zur Beteiligung bereit.

Derzeit werden die „Goldenen Regeln künstlerischen Schaffens“ formuliert, die, verbunden mit dem selbstverpflichtenden Gütesiegel „art but fair“, den fairen, respektvollen Umgang innerhalb des Kulturbetriebs gewährleisten sollen.

Das Logo des Gütesiegels „art but fair“ wurde am 1. Mai 2013 der Öffentlichkeit präsentiert. Am selben Tag fand in Wien ein Aufmarsch der Künstler zugunsten von „Faire Gagen für Künstler“ statt.

Weiterführende Informationen finden Sie ab sofort auf www.artbutfair.org.

5 Comments

  1. Posted on: 1-13-2015

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  2. Posted on: 7-8-2013

    Mich wundert es sehr, das es keinen professionellen Rundfunkchor in Österreich gibt,
    Das ist meiner Meinung nach eine Katastrophe!!!! und das wäre Diskussionsreif!

  3. Silvia Gessner
    Posted on: 5-14-2013

    Schon gehört? Sängerknaben droht das Aus!

    Zwar mag man jetzt zu dem privaten Verein Wiener Sängerknaben stehen wie man will, ein Aus verdient hat es sich diese Institution (ohne staatl. Subventionen!) aber nicht.

    Grund: Der Bund verlangt seit heuer 17.000 Euro monatlich Miete für das Internat im Augarten. Bis jetzt durften die Kinder dort quasi “gratis” wohnen. Im Gegenzug machen sie Werbung für Österreich im Ausland und sind für die Instandhaltung verantwortlich. Man muss dazu sagen, dass das Palais nach dem Krieg mit Sängerknaben-Geldern wieder aufgebaut wurde. [Der neue Konzertsaal hat damit aber nichts zu tun, denn der wurde ihnen ja von einem großzügigen Investor geschenkt].

    Über 200.000 Euro Miete im Jahr für eine musikal. Bildungseinrichtung zu verlangen finde ich schon sehr heftig. Welche Schule muss das in Österreich bezahlen??? Soviel zu Kunstverständnis Herr und Frau Politiker!

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