G.F. Händel: Radamisto

18. Mai 2002
Salzburg, Felsenreitschule

Kaum zu glauben: Zum allerersten Mal in der mehr als 80-jährigen Geschichte der Salzburger Festspiele wird mit “Radamisto” eine Oper von Georg Friedrich Händel szenisch präsentiert. Die Pioniertat wagen der Dirigent Martin Haselböck und sein Regisseur Hans Gratzer, der die Architektur der Felsenreitschule sinnfällig in seine Bühnenkonzeption einbezieht.

INHALT
Farasmane, König von Thrakien, hat zwei Kinder: Radamisto, vermählt mit der schönen Prinzessin Zenobia, und Polissena, Gattin des Tiridate, des Königs von Armenien. Am thrakischen Hof hat Tiridate seine Schwägerin Zenobia kennengelernt und sich unsterblich in sie verliebt; um sie zu gewinnen, sieht er keinen anderen Weg, als Thrakien mit Krieg zu überziehen. Seine unglückliche Gattin Polissena verstößt er. Schon hat er Radamisto gefangen genommen und steht mit seinem Heer vor der Hauptstadt Thrakiens, wo sich Radamisto und Polissena verschanzt haben, entschlossen, die Stadt nicht zu übergeben. Farasmane soll seinen Sohn dazu bewegen; falls der sich weigert, soll die Stadt gestürmt werden und der Vater vor den Augen des Sohnes hingerichtet werden. Zenobia will lieber sterben als Tiridate in die Hände fallen und fordert Radamisto auf, sie selbst zu töten. Aufs äußerste zerrissen, ergibt sich Radamisto dennoch nicht. Tigrane, Prinz von Pontus und unglücklich in Tiridates Gattin Polissena verliebt, und Tiridates Bruder Fraarte verhindern Farasmanes Ermordung. Doch der Angriff auf die Stadt beginnt.
Radamisto und Zenobia versuchen, durch einen unterirdischen Gang zu fliehen, werden aber gestellt. Wieder fordert Zenobia, Radamisto solle sie töten. Er vermag es nicht. So stürzt sie sich in den Fluss Araxes, doch Fraarte rettet sie und bringt sie zu Tiridates.
Radamisto indessen wird von Tigrane heimlich zu seiner Schwester Polissena gebracht. Hin- und hergerissen zwischen Bruder und untreuem Ehemann, weigert sie sich aber, Tiridate zu verraten und ihn Radamistos tödlicher Rache auszuliefern.
Radamisto lässt sich verkleidet vor Tiridate führen und gibt sich als sein eigener Diener Ismenes aus, der die letzten Worte des angeblich im Kampf gefallenen Radamisto übermitteln solle. Natürlich erkennt Zenobia ihren geliebten Mann; standhaft weigert sie sich, Tiridates Frau zu werden. Schließlich will er sie zwingen. Radamisto stürzt sich mit dem Schwert auf ihn, Polissena wirft sich dazwischen, die Täuschung ist entdeckt. Tiridate rast und will Radamistos Kopf – oder Zenobias Hand. Farasmane, Radamisto und Zenobia wollen lieber sterben als sich dem Tyrannen beugen. Da bringt die zornige, tief gekränkte Polissena die Nachricht, dass Tiridates Soldaten genug haben vom sinnlosen Wüten ihres Königs und sich gegen ihn erhoben; schon ist der Tempel umstellt, in dem die Hochzeit mit Zenobia stattfinden sollte.

Besetzung

Radamisto: Carlos Mena
Zenobia: Monica Groop
Polissena: Lisa Larsson
Tiridate: Florian Boesch
Tigrane: Melba Ramos
Fraarte: Elisabeth Kulman
Farasmane: Curtis Streetman

Wiener Akademie
Dirigent: Martin Haselböck

Inszenierung und Bühne: Hans Gratzer
Kostüme: Andrea Uhmann
Beleuchtung: Lukas Kaltenbäck

Programm

Georg Friedrich Händel: Radamisto HWV 12b
Opera seria in drei Akten

 

Veranstalter

Salzburger Pfingstfestspiele

Alle Termine

Samstag, 18. Mai 2002, 18.00 Uhr (Premiere, Rollen- und Festivaldebüt)

Genre

Werke

Presse

  • 6.1.2002 · Wiener Chopin-Blätter · Helmut Batliner
  • 1.5.2002 · operayre.com.ar · Jorge Binaghi
  • 21.5.2002 · KURIER - · Peter Jarolin
  • 21.5.2002 · Salzburger Nachrichten · Karl Harb
  • 21.5.2002 · gliamicidellamusica.net · Laura Segrè
  • 21.5.2002 · Salzburger Volkszeitung · Ernst P. Strobl
  • 21.5.2002 · Kronen Zeitung · Hans Langwallner
  • 21.5.2002 · WIENER ZEITUNG · Reinhard Kriechbaum
  • 23.5.2002 · Berliner Zeitung · Jürg Stenzl
  • 23.5.2002 · Die Furche · Michael Krassnitzer